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Bildungswesen als Standortvorteil

„Arm und elend sind wir sowieso. Wenn wir jetzt auch noch dumm wären, könnten wir aufhören ein Staat zu sein.“ So formulierte der Dänenkönig Friedrich VI nach dem verlorenen Krieg gegen England bereits im 19. Jahrhundert und machte damit deutlich, dass Bildung und Ausbildung eine Investition in die Zukunft eines Landes sind. Daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert. Auch der Kreis Dithmarschen muss aufgrund der wirtschaftlichen Struktur eines Flächenkreises an der Westküste Schleswig-Holsteins sehr genau überlegen, wie und wo er sich finanziell engagiert. Aber man ist sich von jeher darüber einig gewesen, dass jungen Menschen zumindest eine gute Bildung und Ausbildung zuteil werden muss, damit sie auch gegebenenfalls außerhalb ihrer Heimat einer qualifizierten Arbeit nachgehen können. Dem entsprechend galt es in den Berufsschulstandort Dithmarschen zu investieren, eine aufgabengerechte Organisation zu schaffen und eine effiziente Bündelung der zu Verfügung stehenden Mittel, Kräfte und Kompetenzen zu ermöglichen. Die enge Zusammenarbeit mit personellen und sachlichen Schulkostenträgern, der Wirtschaft, den Bildungsträgern in der Region, den Kammern , der Kreishandwerkerschaft, dem Westküstenklinikum, der Fachhochschule Westküste und der Agentur für Arbeit bildet die Grundlage für den Erhalt des Bildungsstandortes mit einem breiten und qualitativ hochwertigen Bildungsangebot auch bei sich ändernden Rahmenbedingungen.

 

In fast jedem Diskurs über die Bedeutung von Aus- und Weiterbildung für die Zukunftsfähigkeit eines Landes findet man zu Beginn den Hinweis auf die Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft, denen ein künftiges Bildungssystem zu entsprechen hat. Vor allem der demographische Wandel, die Abschwächung des Wirtschaftswachstums mit verringerten finanziellen Spielräumen für öffentliche Haushalte, Internationalisierungs- und Globalisierungstrends, der Strukturwandel zur Dienstleistungs-, Informations- und Wissensgesellschaft sowie die Pluralisierung von Familien- und Lebensformen sind mit erheblichen Herausforderungen an das Bildungswesen verbunden. Weiter gilt es, sich auf die Veränderungen der Input- (aufzunehmende Schülerinnen und Schüler) und Outputseite (Bachelor- und Masterstudiengänge an den Hochschulen) einzustellen. 

 

Daher sind wir in Dithmarschen sehr früh der Frage nachgegangen, wie ein Bildungsstandort zukünftig aufgestellt sein muss, um diesen Herausforderungen begegnen zu können. Dabei ist festgestellt worden, dass die Wettbewerbsfähigkeit einer Region entscheidend davon abhängt, wie schnell vorhandene Strukturen auf Veränderungen reagieren können. Dies bedingt aber auch, dass die Menschen synchron zu diesem Prozess entsprechend befähigt werden müssen, den Anforderungen gerecht zu werden. Gefordert sind hoch qualifizierte, selbständig arbeitende und lernende Fachkräfte, die sich neuen beruflichen Herausforderungen stellen, Problem- und Konfliktlösungsstrategien erarbeiten und umsetzen, aktiv teilhaben an der weltweiten Entwicklung der Informationssysteme und im regionalen, europäischen und globalen Wettbewerb bestehen können. Wettbewerbsfähigkeit setzt Lernfähigkeit voraus! Diese gilt es, durch Vernetzung von Aus- Fort- und Weiterbildung in einer „Lernenden Region“ nachhaltig zu fördern.

 

Im Jahr 2001 hat das Land Schleswig-Holstein  den Modellversuch „ Weiterentwicklung der Berufsschulen zu Regionalen Berufsbildungszentren (RBZ)“ aufgelegt. Im Rahmen der Erfüllung des gesetzlichen Bildungsauftrages soll die Berufsschule in die Lage versetzt werden, sich aktuell, kompetent, differenziert und flexibel auf die jeweiligen Aus- Fort- und Weiterbildungsbedürfnisse der regionalen Wirtschaft einzustellen, auf die Bildungsbedürfnisse und -interessen der Menschen in der Region zu reagieren und sich als wirtschaftlich selbständige und eigenverantwortlich handelnde Organisation weiterzuentwickeln. Im gleichen Jahr entschied der Kreistag im Rahmen der Teilnahme an dem Modellversuch RBZ die Berufsschulen in Heide und Meldorf  zum BerufsBilungsZentrum Dithmarschen (BBZ) zu fusionieren.

 

Um den Wandel von einer Behörde zu einem Bildungsdienstleister in der Region bewerkstelligen zu können, galt es, im Rahmen eines groß angelegten Projektmanagements, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen. Folgende Entwicklungsfelder wurden identifiziert und im Rahmen des Schulprogramms bearbeitet:

 

v         Unterrichtsentwicklung

v         Personalentwicklung

v         Organisationsentwicklung

v         Qualitätssicherung

v         Bildungsmanagement

v         Weiterentwicklung der Entwicklung der Weiterbildungsfähigkeit

 

Um flexibel auf die beschriebenen Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft reagieren zu können, bedarf es der Eigenverantwortlichkeit im Handeln und im Umgang mit Ressourcen. Dieses erfordert in letzter Konsequenz die rechtliche und wirtschaftliche Selbstständigkeit der Berufsschule. Da auch weiterhin hoheitliche Aufgaben wahrgenommen werden müssen, bietet sich als Rechtsform die selbständige Anstalt öffentlichen Rechts an. Als Organe sind der Verwaltungsrat (Vertreterinnen und Vertreter der Selbstverwaltung des Kreises und des BBZ) und die Geschäftsführung (Schulleitung und Verwaltungsleitung) vorgesehen. Nach innen ist das BBZ in Geschäftsbereiche mit übergeordneten Aufgaben sowie in weitestgehend eigenständige Zentren gegliedert, wo die eigentliche pädagogische Arbeit geleistet wird. So hält das BBZ an den Standorten Heide, Meldorf und Brunsbüttel folgende Bildungsangebote vor:

 

 

Vollzeitbereich (ca. 1000 Schulplätze):

 

 

Berufsfachschule I :

Gesundheit und Ernährung  

Heide

Berufsfachschule I :      

Technik 

Meldorf

Berufsfachschule I :

Wirtschaft

Heide

Berufsfachschule III : 

Kaufmännische Assistenten/innen  

Heide

Berufsfachschule III :  

Sozialpädagogische Assistenten/innen

Heide

Berufsfachschule III :

Sozialwesen (Pflegeassistenz)

Heide

Fachoberschule:

Technik

Meldorf

Fachoberschule:

Wirtschaft (auch in Teilzeit)

Heide

Fachschule :

Sozialpädagogik

Heide

Fachschule:

Technik - Datenverarbeitung

Meldorf

Berufliches Gymnasium:

Agrarwirtschaft

Heide

Berufliches Gymnasium:

Gesundheit und Soziales

Heide

Berufliches Gymnasium :

Technik

Meldorf

Berufliches Gymnasium:

Wirtschaft

Heide

 

 

         

 

Teilzeitbereich  (ca. 3300 Schulplätze):

 

Förderbereich, Berufsvorbereitung, Berufsgrundbildungsjahr

Heide/Meldorf

Berufsausbildung im gewerblich-technischen Bereich:

 

 

Berufsfeld Metalltechnik

Meldorf

Berufsfeld Elektrotechnik

Meldorf

Berufsfeld Bautechnik

Meldorf

Berufsfeld Verfahrenstechnik (Chemie)

Meldorf/Brunsbüttel

Berufsfeld Farbtechnik

Meldorf

Berufsfeld Körperpflege

Meldorf

Berufsfeld Ernährung und Hauswirtschaft

Heide/Meldorf

Berufsfeld Agrarwirtschaft

Meldorf

Berufsausbildung in wirtschaftlich-gesundheitlichen Bereich:

 

 

Berufsfeld Wirtschaft und Verwaltung

Heide

Berufsfeld Gesundheit

Heide

Triale Modelle (Ausbildung + Berufsschule + Studium):

 

 

Banken

Heide

Steuern

Heide