KI im Unterricht – Erasmusplus-Fortbildung auf Madeira
Sonnenschein statt Schnee, Atlantikblick statt Klassenzimmeralltag: Anfang Februar führte mich meine Erasmus+-Bildungsreise auf die portugiesische Insel Madeira. In Funchal nahm ich gemeinsam mit Lehrkräften aus Lettland, Polen, Martinique, Spanien und Deutschland an einer einwöchigen Fortbildung zum Thema Teaching with AI Tools and Techniques teil.
Eine Gruppe so vielfältig wie die Insel selbst
Was die Gruppe von Anfang an auszeichnete, war ihre bemerkenswerte Vielfalt. Ob frisch ins Berufsleben gestartet oder mit jahrzehntelanger Unterrichtserfahrung, ob aus einer kleinen Grundschule oder einem beruflichen Gymnasium – die 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten völlig unterschiedliche Perspektiven, Schulformen und Vorerfahrungen mit. Genau darin lag einer der größten Mehrwerte der Woche. Im Austausch miteinander wurde schnell deutlich, dass KI-Tools in unterschiedlichen Bildungskontexten ganz verschieden eingesetzt werden können und müssen.
Das Programm war inhaltlich breit aufgestellt und kombinierte Theorie mit viel Praxis. Zu Beginn stand eine kritische Auseinandersetzung mit den Grundprinzipien, Möglichkeiten und Grenzen von KI-Technologien auf dem Plan – denn wer KI sinnvoll einsetzen will, muss zunächst verstehen, was sie wirklich kann und was nicht.
Im Mittelpunkt der darauffolgenden Tage stand der praktische Einsatz verschiedener digitaler Tools. Von ChatGPT über KI-gestützte Feedbacksysteme bis hin zu kollaborativen Plattformen für den Unterricht. Wir entwickelten konkrete Unterrichtssequenzen, in denen KI nicht als Selbstzweck, sondern als lernwirksames Instrument eingesetzt wird. Immer mit dem Ziel, Schülerinnen und Schüler aktiv einzubinden, zum Problemlösen anzuregen und komplexe Fragen gemeinsam zu bearbeiten.

Lernen auf Augenhöhe:Englisch als Brückensprache
Die gesamte Fortbildung fand auf Englisch statt, was für viele Teilnehmende (mich eingeschlossen) gleichzeitig eine fachliche und sprachliche Herausforderung darstellte. Pädagogische Fachbegriffe auf Englisch zu diskutieren, Unterrichtsideen in einer Fremdsprache zu präsentieren und interkulturelle Missverständnisse produktiv zu nutzen – das war anspruchsvoll und bereichernd zugleich. Neben dem pädagogischen Gewinn nehme ich ein merklich gestärktes Selbstbewusstsein im englischsprachigen Fachaustausch mit nach Hause.
Madeira als Lernort:
Mehr als eine schöne Kulisse Funchal und die Insel Madeira bildeten einen inspirierenden Rahmen für die Woche. In den Pausen und am Abend erkundeten wir gemeinsam die Stadt, tauschten uns bei lokalen Spezialitäten über Schulsysteme und Unterrichtskultur aus und stellten dabei fest, wie unterschiedlich und wie ähnlich Schule auf der ganzen Welt zugleich ist. Die Natur der Insel, das milde Klima und die Gastfreundschaft vor Ort trugen ihren Teil dazu bei, dass aus einer Fortbildungsgruppe eine echte Lerngemeinschaft wurde.
Was bleibt
Ich kehre zurück mit konkreten Ideen für meinen Unterrichtsalltag. Mit neuen Werkzeugen, methodischen Impulsen und einem geschärften Blick für die Möglichkeiten und Grenzen von KI im Bildungskontext. Vor allem aber nehme ich etwas mit, das keine App ersetzen kann – den Blick über den eigenen Tellerrand durch Begegnungen mit Kolleginnen und Kollegen, deren Alltag sich von meinem unterscheidet, die aber dieselben Fragen beschäftigen.
Erasmus+ macht genau das möglich. Und dafür bin ich dankbar.
Swaantje Winter


Bildung braucht Zusammenhalt


