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Europa

Mittwoch, 19. Dezember 2018 - 13.08 Uhr

Mein Auslandspraktikum im Sozialamt in Vicenza


Kleine Wasserstraßen in Venedig

Palatin Hügel

Hallo, mein Name ist Sarah Rohwedder (21 Jahre). Ich bin Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr zur Verwaltungsfachangestellten beim Kreis Dithmarschen. Da dies ein dualer Ausbildungsgang ist, bin ich somit auch Schülerin des BBZ in Heide.

 

Vom 03.09. bis zum 19.10.2018 habe ich im Rahmen des Programms Erasmus + von der Wirtschaftsakademie in Kiel (WAK) ein Auslandspraktikum in Italien absolviert. Auf die Idee bin ich gekommen, als Frau Lindenroth von der WAK ans BBZ kam, um uns über Erasmus + zu informieren. Nach Absprache mit meinem Ausbildungsbetrieb, bewarb ich mich dann im Februar 2018 für ein siebenwöchiges Praktikum. Ich durchlief ein langes Bewerbungsverfahren, in dem ich ein persönliches Gespräch mit Frau Lindenroth und meiner Ausbildungsleitung Frau von Würtzen-Pieper führte, Bewerbungsunterlagen auf deutsch und englisch und unzählige weitere Unterlagen verschickte und zum Schluss noch ein Bewerbungsgespräch über Skype führte mit der Partnerorganisation Eurocultura vor Ort in Vicenza. Eurocultura suchte für mich in Italien eine Gastfamilie und einen Praktikumsplatz, sodass ich selbst mich nur um die Hin- und Rückreise kümmern musste.

 

In der ersten Woche gab es eine Einführung in das Programm bei Eurocultura mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die gerade in Vicenza waren. In dieser wurden uns Notrufe, Ärzte, Datenschutzrichtlinien, Busfahrpläne, die Termine für die Bewerbungsgespräche und die Stadtführung durch Vicenza und einiges mehr gegeben.

 

In Vicenza war ich dann für sechs Wochen im Sozialamt der Stadt eingesetzt und für eine Woche in einer Außenstelle in einem anderen Stadtteil. Leider konnten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Sozialamt kaum Englisch und die Verständigung war sehr schwer. Das ist auch der Grund, weshalb meine Aufgaben oft eintönig und langweilig waren. Auch Nachfragen half nicht immer. In der einen Woche in der Außenstelle konnte ich jedoch viel mitnehmen und immer Fragen stellen, da die Mitarbeiterin dort gut Englisch konnte.

 

Untergebracht war ich in einer Gastfamilie im Zentrum der Stadt. Ich hatte mein eigenes Zimmer, ein eigenes Bad, habe selbst eingekauft und gekocht und meine Gastmutter hat meine Wäsche für mich mit gewaschen. Die Familie hat mich gut aufgenommen, viel geholfen und konnte sehr gut Englisch. Jedoch ist es nicht immer einfach, sich an fremde Gewohnheiten und Lebensweisen anzupassen.

 

An den Wochenenden habe ich mir natürlich die Zeit genommen, Italien kennen zu lernen. Ich habe in meiner Zeit dort den Gardasee, Rom, Florenz, Brixen, Venedig, Verona und Padova gesehen und viele neue Menschen und viele wunderschöne Orte kennengelernt. Jedoch habe ich diese Ausflüge fast alle allein machen müssen, weil die anderen Teilnehmer teilweise nur vier Wochen da waren und auch oft andere Pläne hatten. Da die Arbeitszeiten für mich sehr flexibel waren, hatte ich teilweise sehr viel Freizeit und wusste nicht immer, was ich allein machen soll.

 

Aber die Erfahrung, in Italien gelebt und gearbeitet zu haben, nehme ich für mich mit und bin froh, das Praktikum gemacht zu haben. Ich kann diese Erfahrung jedem nur empfehlen, allerdings sollte man sich über die Herausforderungen, insbesondere durch die Fremdsprache, im Klaren sein. Zu empfehlen ist zudem, das Praktikum zu zweit oder zu dritt zu machen.  Ein Teil des Praktikums wird durch ein Stipendium finanziert, das Ausbildungsgehalt wird in der Zeit des Praktikums weiter gezahlt und für das Reisen, den Einkauf und Aktivitäten vor Ort muss man selbst aufkommen, aber es lohnt sich! Ich bin unglaublich dankbar, dass mein Ausbildungsbetrieb mir die Chance gegeben hat, diese Erfahrung zu machen und hoffe, dass noch viele Schülerinnen und Schüler nach mir an dem Programm teilnehmen werden. Das Ganze ist eine gute Sache!

 

 


Dienstag, 06. November 2018 - 12.21 Uhr

Erasmus+: Bericht über die Teilnahme am Kurs „Diverse Society- Diverse Classroom“

Teilnehmerin: Ann-Katrin Knütel, Zeitraum: 23.09. - 29.09.2018, Ort: Borgarnes, Island


Im Rahmen des Programms ERASMUS+ - Personalmobilität für Lehr- und Weiterbildungsaktivitäten – Schulbildung nahm ich im o.a. Zeitraum an einer Fortbildung zum Thema Interkulturelles Lernen in Borgarnes in Island teil. Die Gruppe bestand aus 25 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die sich aus Spanien, Italien, Rumänien, Schweden und Deutschland auf den Weg nach Norden gemacht hatten. Die isländische Dozentin hatte in Berlin, zuerst Soziologie und im Anschluss daran Interkulturelle Bildung studiert, da sie den Wunsch hatte, wie sie überzeugend erklärte, die Erkenntnisse aus der Soziologie auch in der konkreten Arbeit mit Gruppen zur Anwendung zu bringen.

Ich erhoffte mir aufgrund der Beschreibung, theoretischen Input und Methoden an die Hand zu bekommen, die mich in meiner Haltung bestärken, Heterogenität in Klassen als Bereicherung anzusehen und nicht als störende Bedingung. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt. Aufgrund sehr konsequenter doppelter Vermittlung seitens der Dozentin, erlebte ich in der Rolle der Lernenden, wie in unserer Gruppe trotz beträchtlicher Diversitäten in kurzer Zeit eine vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre entstand, die es allen erleichterte z.B. in einer Fremdsprache wie Englisch zu kommunizieren. Der methodische Schwerpunkt lag auf der Vermittlung von Variationen Kooperativer Pädagogik, die u.a. den Status der Teilnehmenden in den Fokus nimmt, sowie Privilegien analysiert und Machtstrukturen in Gruppen aufdeckt.

Insgesamt bewerte ich die Fortbildung als anspruchsvoll und damit für mich persönlich und beruflich bereichernd, da uns einerseits ein „strammes“ zeitliches Pensum abverlangt wurde, andererseits alle Teilnehmenden die gewohnten Komfortzonen verlassen mussten, wenn sie sich auf Inhalte, Methoden, Sozialformen und die Kommunikation in einer Fremdsprache eingelassen haben.

Für meine Tätigkeit am BBZ nehme ich sowohl neue Methoden als auch die Erfahrung als Teilnehmende mit, welche wichtige Bedeutung einer Lehrkraft zukommt, wenn es darum geht, in einer Gruppe lernfördernde Bedingungen zu schaffen.


Freitag, 14. September 2018 - 11.43 Uhr

Bericht über die Teilnahme am Kurs „Facing Diversity – intercultural classroom management“

Teilnehmerin: Dr. Julia Bischoff-Weiß


Zeitraum: 9. – 14. Juli 2018
Ort: Nafplio, Griechenland

Im Rahmen des Programms ERASMUS+ - Personalmobilität für Lehr- und Weiterbildungsaktivitäten – Schulbildung nahm ich im o. a. Zeitraum an einer Fortbildung zum Thema Interkulturelles Lernen in Nafplio teil. Ich hatte den Wunsch, meine Grundkenntnisse im Kontext interkulturellen Lernens zu festigen und auszubauen und von Lehrkräften an anderen europäischen Schulen zu erfahren, auf welche Weise sie organisatorisch und pädagogisch auf die zunehmende kulturelle Vielfalt reagieren. Der Kurs wurde von einer griechischen Sonderpädagogin und einem griechischen Dozenten mit Erfahrung in der Schulaufsicht durchgeführt. Da die Kursgruppe insgesamt sehr klein war und die Teilnehmerinnen zweier Kurse zusammengeführt wurden, waren nur die Länder Italien, Ungarn und Polen vertreten. Nur die italienischen Lehrkräfte hatten wie ich primär den interkulturellen Aspekt im Fokus. Trotz dieser etwas ungünstigen Ausgangsbedingungen konnte ich während der Kurse, der gemeinsam verbrachten Freizeit und der Besichtigungen vor Ort meine interkulturellen Kompetenzen erheblich verbessern. Daran hatten meine persönlichen Erfahrungen (griechische Schriftzeichen, eigene und andere kulturelle Besonderheiten, vertiefter individueller Austausch mit anderen Teilnehmerinnen,…) einen ebenso großen Anteil wie die organisierten Besichtigungen und die theoretischen Erkenntnisse aus dem Seminar selbst. Dort wurde in einer kurzweiligen Mischung aus Vortrag, persönlichem Austausch, Videosequenzen, Diskussionen, Rollenspiel usw. das Thema interkulturelles Lernen erarbeitet. Einzelne der dort erarbeiteten Modelle konnte ich bereits in Diskussionen am BBZ Dithmarschen einbringen. Weitere möchte ich im Laufe des Schuljahres an die Kolleginnen und Kollegen in den Bildungsgängen der Berufsvorbereitung und der Fachschule für Sozialpädagogik weitergeben und in meinem eigenen Unterricht zur Anwendung bringen.

Das Seminar war eine persönlich und fachlich bereichernde Erfahrung.


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