
Teilnehmer: Nico Clausen und Carsten Stöhrmann
Zeitraum: 14. – 21. Oktober 2024
Kurs: Filmbildung in der Schule und darüber hinaus
Hier geht es zum vollständigen Bericht: Lissabon

Teilnehmer: Nico Clausen und Carsten Stöhrmann
Zeitraum: 14. – 21. Oktober 2024
Kurs: Filmbildung in der Schule und darüber hinaus
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Teilnehmer: Bernd Pape
Zeitraum: 10. – 17. November 2024
Hier geht es zum vollständigen Bericht: Teneriffa
Eine Woche Südfrankreich, neue Freundschaften und spannende Einblicke in Kultur und Natur – Schülerinnen und Schüler des BBZ Dithmarschen berichten von ihrem Austausch mit dem Lycée Fabre in Carpentras.

Vom 5. bis 11. Oktober 2025 durfte ich zusammen mit 19 anderen Schülerinnen und Schülern des BBZ Dithmarschen in Heide an einem Austausch mit dem Lycée Fabre in Carpentras teilnehmen. Es war eine spannende und erlebnisreiche Woche.
Schon die Anreise war ein kleines Abenteuer. Früh morgens um 5:50 Uhr ging es in Heide los, und nach einer langen Zugfahrt kamen wir am Abend endlich in Avignon an. Von dort fuhren wir weiter nach Carpentras, wo wir herzlich im Internat des Lycée Fabre empfangen wurden.
Am nächsten Tag lernten wir die französische Schule kennen und arbeiteten an unserem gemeinsamen Projekt „Gestaltung der Wasserwege in der Grafschaft Venaissin und mediterrane Landschaft“. Das Thema klang zunächst trocken, stellte sich aber als sehr interessant heraus. Anschließend besuchten wir Avignon, sahen den berühmten Papstpalast und bummelten durch die schönen Gassen der Stadt.
Ein echtes Highlight war der Tagesausflug nach Marseille. Wir erkundeten das Hafenviertel, erfuhren viel über die Geschichte der Stadt und machten eine Bootstour durch die Calanques – ein unvergessliches Erlebnis. An einem weiteren Tag besuchten wir den Pont du Gard, ein beeindruckendes römisches Aquädukt. Danach unternahmen wir eine kleine Wanderung durch die provenzalische Landschaft. Sie war zwar anstrengend, aber eine der schönsten Aktivitäten der Woche. Die Sonne, die Olivenbäume, der Duft der Kräuter und die Geschichten über die Region – all das war Südfrankreich pur.
Auch Aix-en-Provence stand auf unserem Programm. Mit seinen alten Straßen, Museen und gemütlichen Plätzen war es eine sehr entspannte Stadt. Zum Abschluss besuchten wir die Carrières de Lumières, ein digitales Kunstmuseum in einem ehemaligen Steinbruch. Auf riesige Wände wurden Werke von Monet und Rousseau projiziert – das war beeindruckend.
Am Ende der Woche beendeten wir unsere Projektarbeit und feierten gemeinsam in einem Restaurant. Besonders schön war die herzliche Atmosphäre: Die französischen Schülerinnen und Schüler sowie die Lehrkräfte waren alle sehr offen und freundlich. Das Internat war gemütlich, das Essen lecker, und wir lernten Frankreich von vielen Seiten kennen – große Sehenswürdigkeiten ebenso wie kleine, besondere Orte, die man sonst kaum entdecken würde.
Der Austausch war für mich eine großartige Erfahrung. Ich kann allen nur empfehlen, an einem solchen Programm teilzunehmen. Man lernt ein anderes Land kennen und hat dabei eine richtig gute Zeit.
Bericht von Aaliyah Erdogan
Arbeiten in Slaný, leben in Prag – zwei Schülerinnen berichten von drei intensiven Wochen zwischen Berufserfahrung, Kultur und Großstadtflair in Tschechien.
Am 17. August 2025 ging es morgens für uns beide los. Mit dem Auto fuhren wir rund acht Stunden nach Prag, wo wir die kommenden drei Wochen wohnen sollten. Die Fahrt verlief problemlos, und unterwegs freuten wir uns sehr auf die Zeit, die vor uns lag. In Tschechien waren wir meist mit dem Auto unterwegs, was uns große Flexibilität gab. Besonders freuten wir uns über die günstigen Tankpreise, die unsere Ausflüge deutlich erleichterten.
Ankunft und erste Eindrücke
In Prag angekommen, bezogen wir unsere Unterkunft und machten direkt einen ersten Spaziergang durch die Umgebung. Die Stadt beeindruckte uns sofort mit ihrer Mischung aus historischer Architektur, lebendigem Stadtleben und freundlicher Atmosphäre. Schon in den ersten Tagen merkten wir, dass unsere Unterkunft perfekt lag – so konnten wir nach der Arbeit die Stadt in vollen Zügen genießen.

Arbeit in Slaný
Unser Arbeitsplatz befand sich in Slaný, einer Stadt etwa 45 Minuten von Prag entfernt. Die tägliche Fahrt dorthin war unkompliziert, und wir sammelten im Betrieb viele neue Erfahrungen. Die Arbeit war abwechslungsreich, manchmal herausfordernd, aber immer lehrreich. Besonders interessant war es, die Unterschiede in der Arbeitsatmosphäre zwischen Deutschland und Tschechien kennenzulernen. Außerdem erhielten wir Einblicke in verschiedene Themenbereiche, die uns auch für unsere Ausbildung weitergebracht haben.
Freizeit und kulturelle Highlights
Unsere Freizeit in Prag war ein echtes Highlight. Wir nutzten jede Gelegenheit, die Stadt zu erkunden – bei Spaziergängen durch die Altstadt, beim Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten oder bei entspannten Abenden in den zahlreichen Bars. Das tschechische Bier überzeugte uns schnell, und die Abende in den gemütlichen Lokalen gehörten zu den schönsten Momenten der Reise. Auch die freundliche Art der Menschen machte es uns leicht, uns in Prag wohlzufühlen. Neben der Stadt Prag unternahmen wir auch kleinere Ausflüge in die Umgebung. Die Mischung aus Arbeit, Kultur und Freizeit machte die drei Wochen besonders abwechslungsreich.
Abschluss und Rückfahrt
Am 5. September 2025 ging es schließlich wieder zurück nach Deutschland. Nach acht Stunden Autofahrt kamen wir nachts zu Hause an – erschöpft, aber voller unvergesslicher Eindrücke.
Fazit
Die Zeit in Tschechien war für uns eine spannende und bereichernde Erfahrung. Wir haben nicht nur fachlich viel gelernt, sondern auch persönlich profitiert. Die Kombination aus Arbeiten in Slaný und Wohnen in Prag war ideal: tagsüber neue Eindrücke im Betrieb, abends und am Wochenende das Leben in einer faszinierenden Großstadt mit unzähligen Möglichkeiten. Wir würden ein solches Auslandspraktikum jederzeit wiederholen und können allen nur empfehlen, diese Chance zu nutzen. Prag ist definitiv eine Reise wert.
Wie kann Künstliche Intelligenz den Unterricht bereichern? Eine Lehrerin des BBZ Dithmarschen berichtet von ihrer Erasmus+-Fortbildung auf Zypern.
Im Rahmen des Erasmus+-Programms durfte ich an einer Fortbildung zum Thema „La Inteligencia Artificial en la Educación“ teilnehmen. Der Kurs fand auf Zypern statt und wurde auf Spanisch durchgeführt – für mich als Spanisch- und Wirtschaftslehrkraft also in doppelter Hinsicht spannend und gewinnbringend.
Inhalt des Kurses
In der einwöchigen Fortbildung ging es darum, die Möglichkeiten und Grenzen von Künstlicher Intelligenz im Bildungsbereich kennenzulernen. Wir sprachen über die Geschichte und Entwicklung der KI, ihren Einfluss auf Gesellschaft und Arbeitswelt sowie über ethische Fragen, die mit ihrer Nutzung verbunden sind. Außerdem lernten wir verschiedene Anwendungen kennen – von Text- und Bildgeneratoren wie ChatGPT bis hin zu KI-Tools für Musik und Video. Wichtig war dabei, dass es nicht darum ging, möglichst viele digitale Werkzeuge auszuprobieren. Im Mittelpunkt stand vielmehr die Frage, wie KI sinnvoll eingesetzt werden kann, um den Unterricht zu erleichtern, Lernprozesse zu unterstützen und Schülerinnen und Schüler auf die digitale Zukunft vorzubereiten – auch über die Grenzen des Klassenraums hinaus.

Lernen in kleiner Runde
Die Gruppe war mit zwei Lehrkräften aus dem spanischen Berufsbildungssystem, der Seminarleitung und mir sehr klein, was den Austausch besonders angenehm und intensiv machte. Der Kursleiter, Georgios Charalambous, war äußerst kompetent und verstand es, Theorie, Praxis und Reflexion über den Unterricht geschickt zu verbinden. So entstand eine abwechslungsreiche Mischung aus Input, praktischen Übungen und gemeinsamen Diskussionen. Neben dem fachlichen Teil erfuhren wir auch einiges über die Geschichte und das Bildungssystem Zyperns. Das gab interessante Einblicke in eine andere europäische Perspektive auf Schule und Lernen – und machte den Aufenthalt insgesamt sehr bereichernd. Besonders schön war auch der persönliche Kontakt zu den beiden spanischen Lehrkräften, den ich hoffentlich in Zukunft weiter pflegen kann. Vielleicht ergibt sich daraus sogar ein Austausch oder gemeinsames Projekt über die Ländergrenzen hinweg – eine gute Möglichkeit, den europäischen Gedanken auch im Schulalltag weiterzutragen.
Mein Fazit
Ich nehme viele Ideen und Impulse aus dieser Woche mit. Besonders spannend finde ich die Frage, wie KI im Unterricht als Unterstützung genutzt werden kann – etwa beim individuellen Lernen, bei der Textarbeit oder beim kreativen Arbeiten. Gleichzeitig habe ich noch einmal deutlich gespürt, wie wichtig es ist, dass Schülerinnen und Schüler lernen, kritisch mit digitalen Werkzeugen umzugehen. Die Fortbildung war für mich eine bereichernde Erfahrung – fachlich, sprachlich und persönlich. Ich freue mich darauf, die neuen Anregungen in meinem Unterricht umzusetzen und sie auch im Kollegium weiterzugeben.
Wir haben in Norwegen den Grundstein für eine Schulpartnerschaft gelegt. Aus einer gemeinsamen Erasmus+ Fortbildung entwickelte sich der Kontakt zu einer norwegischen Schule, den wir nun weiter ausbauen. Beim Besuch vor Ort entstanden konkrete Pläne für einen Schüleraustausch, der noch in diesem Schuljahr weiter vorbereitet wird.
Wie aus einer Erasmus+ Fortbildung in Portugal eine Schulpartnerschaft in Norwegen entstehen kann:
Im März 2023 nahm ich zusammen mit 3 Lehrerinnen aus Norwegen an einer Erasmus+ Fortbildung in Portugal teil. Schnell entwickelten wir die Idee, dass wir doch eine Schulpartnerschaft zwischen unseren Schulen aufbauen könnten und nach ein paar Heraus-forderungen, stand ich dann am 2. September 2025 auf Einladung meiner norwegischen Kollegin während meines Norwegenurlaubs mit meiner Familie in der Schule in Norwegen. Es war ein tolles Wiedersehen!

Wir hatten die Möglichkeit am Unterricht teilzunehmen, verschiedene Klassen kennenzulernen und die Schule zu besichtigen. Im Lehrerzimmer wurden wir vom Kollegium herzlich begrüßt und mit Tee und warmer Suppe (von den Schülerinnen und Schülern zubereitet!) verwöhnt und waren schnell im angeregten Austausch mit den norwegischen Kolleginnen und Kollegen. Zur Freude meiner Kinder durften wir auch das Wikingerspiel „Axt werfen“ ausprobieren, was dort zum Schuljahresbeginn mit den neuen Schülerinnen und Schülern gespielt wird. Ein echtes Highlight!


Im gemeinsamen Gespräch mit der Schulleitung legten wir dann zu unserer großen Freude den Grundstein für den Beginn einer Schul-partnerschaft. Schon in diesem Schuljahr werden wir vom BBZ Dithmarschen zur weiteren Planung eines baldigen Schüleraustausches nach Norwegen reisen, um alles weitere auf den Weg zu bringen. Wir freuen uns sehr auf die kommenden Schritte zum Aufbau unserer Schulpartnerschaft.

… to be continued
Bericht von Tina Söhrens, September 2025
In Soverato habe ich mich im Rahmen eines Erasmus+-Kurses intensiv mit Stressmanagement im schulischen Alltag beschäftigt. Ich habe Methoden der Achtsamkeit und Selbstregulation kennengelernt, direkt erprobt und mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Ländern reflektiert. Die Erfahrungen stärken meine Arbeit im Berufsbildungszentrum und unterstützen mich dabei, Schülerinnen und Schüler noch besser zu begleiten.
Kursbericht Erasmus+ in Soverato
STRESS MANAGEMENT to improve teaching performance and personal life of teachers
Am Sonntag begann meine Reise nach Kalabrien. Mit dem Flugzeug inklusive eines Zwischenstopps erreichte ich den Flughafen Lamezia Terme. Von dort aus organisierte die JUMP Academy den Transfer zur Unterkunft „Villa Gabriella International“. Die Villa verfügt über mehrere Einzel- und Doppelzimmer für die Seminarteilnehmenden sowie über Seminarräume, Büroräume und einen kleinen Frühstücksbereich. Sie liegt in ruhiger Umgebung, etwa 10–15 Gehminuten vom Stadtkern Soveratos entfernt.

Montag – Ankommen und Kennenlernen
Der erste Seminartag begann mit einer gemeinsamen Aktivität aller Teilnehmenden, unabhängig vom gewählten Kursthema. Am Vormittag fand eine Stadterkundung im Rahmen der Outdoor-Team-Building-Aktivität „Mission Impossible Game in Soverato“ statt. Dabei lernten wir zentrale Orte, Orientierungspunkte, Traditionen und kulturelle Besonderheiten der Stadt kennen und kamen mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt. Ein besonderer Fokus lag auf der Geschichte Soveratos, beispielsweise auf dem traditionellen „Verschiffen“ entlang der Küste mit der Statue der Mary of Porto Salvo.

Am Nachmittag stand der internationale Austausch im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden stellten ihre Heimatländer und Schulsysteme vor, was zu spannenden Gesprächen über Gemeinsamkeiten und Unterschiede führte. Anschließend folgte eine kulturelle Einheit über Kalabrien, in der wir nicht nur eine kurze Einführung in die italienische Sprache erhielten, sondern auch viel über die kalabrische Lebensweise und Mentalität erfuhren. Hierzu passend besuchten wir am Freitagvormittag gemeinsam den Wochenmarkt in Soverato. Dort erhielten wir spannende Einblicke in lokale Traditionen – von regionalen Lebensmitteln und Anbaumethoden bis hin zu traditionellem Handwerk.
Dienstag bis Freitag – Kurs „Stress Management“
Ab Dienstag startete mein Kurs zum Thema Stress Management, geleitet von Enza, einer erfahrenen Mentorin und Trainerin. Sie verfügt über umfassende Qualifikationen in den Bereichen Mentoring, Coaching, aktives Zuhören und konstruktives Feedback – die sie einsetzt, um ihre Trainees bei der Erreichung ihrer Ziele und ihrer beruflichen Weiterentwicklung zu unterstützen. Das Kurskonzept basiert auf der JUMP Academy-Methode, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen formaler und non-formaler Bildung sowie Indoor- und Outdoor-Aktivitäten schafft. An den Vormittagen standen theoretische Einheiten zu den Themen Stress verstehen und Umgang mit Stress im Lehrberuf auf dem Programm. Diese wurden stets mit praktischen, stressreduzierenden Übungen aus den Bereichen Self-Awareness, Achtsamkeit und Meditation kombiniert.
Durch die individuelle Betreuung war es möglich, persönliche Stressfaktoren gezielt zu erkennen, zu reflektieren und Strategien zu entwickeln, um sie im (Berufs-)Alltag besser zu bewältigen. Besonders hilfreich waren Übungen, die direkt ausprobiert, in den Seminaralltag integriert und anschließend gemeinsam reflektiert wurden.
Nachmittagsaktivitäten – Kultur und Praxis
Die Nachmittage standen im Zeichen von Bewegung, Natur und kulturellem Austausch. Am Dienstag besuchten wir Altsoverato, das historische Oberdorf, und erfuhren viel über die Entstehung der Stadt sowie über kulturelle Einflüsse anderer Nationen in Kalabrien.
Der Mittwochnachmittag war praxisorientiert gestaltet: Wir probierten selbstreflektierende und teambildende Aktivitäten aus, die sich auch für die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern eignen. Zum Abschluss fand am Freitagnachmittag ein gemeinsamer Ausflug in ein malerisches, historisches Dorf statt, verbunden mit einem gemeinsamen Abschlussessen. Diese Gelegenheit bot Raum für Austausch, Rückblick und das Knüpfen neuer internationaler Kontakte.
Abreise am Samstag
Am Samstag endete meine Erasmus-Woche in Soverato. Mein Rückflug erfolgte von Catania auf Sizilien – mit vielen neuen Eindrücken, Erfahrungen und wertvollen Erkenntnissen im Gepäck.
Ergebnisse und persönliche Eindrücke
Der Kurs bot eine wertvolle Verbindung aus theoretischem Wissen, praktischen Übungen und interkulturellem Lernen. Besonders hervorzuheben ist die individuelle Betreuung durch die Trainerin, die es ermöglichte, persönliche Stressfaktoren zu identifizieren und konkrete Strategien zur Stressbewältigung zu entwickeln. Ich konnte zahlreiche Methoden kennenlernen, die im schulischen Alltag Anwendung finden können – insbesondere im Bereich Achtsamkeit, Selbstregulation und positive Kommunikation. Darüber hinaus trug der Austausch mit Lehrkräften aus verschiedenen europäischen Ländern zur Erweiterung meines pädagogischen und interkulturellen Horizonts bei.
Die Teilnahme am Erasmus+-Kurs in Soverato war eine äußerst bereichernde Erfahrung – sowohl beruflich als auch persönlich.
Das Erasmus+ Programm „Outdoor Education: A New Way of Teaching and Learning“ führte Lehrkräfte aus fünf Ländern nach Bologna. Eine Woche lang standen erlebnispädagogische Methoden, digitale Stadterkundung und internationale Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Der Erfahrungsbericht zeigt, wie sich Outdoor Education mit modernen Lernformen verbinden lässt und welche Impulse daraus für den Unterricht entstehen.
Anreise und erste Eindrücke
Die Anreise nach Bologna gestaltete sich als durchaus herausfordernde europäische Bildungsreise. Mit Bus und Bahn benötigte ich jeweils knapp 24 Stunden für Hin- und Rückfahrt mit Stolpersteinen wie Zugausfällen und Staus – ein deutlicher Hinweis darauf, dass Europa zwar groß ist, die öffentlichen Verkehrsmittel aber noch ausbaufähig, um hier ohne Flüge zuverlässig anzukommen. Der Temperatursprung vom kalten Dithmarschen mit 15 Grad zu Bologna mit 30 Grad Sonne verdeutlichte nicht nur den geografischen, sondern auch den kulturellen Übergang. Das italienische Städte-Flair mit Musik auf den Plätzen, bis 22 Uhr geöffneten Geschäften und den omnipräsenten Arkaden schuf sofort eine andere Atmosphäre als gewohnt. Diese Arkaden, die sich über mehr als 40 Kilometer durch die Stadt erstrecken, prägten von Anfang an meine Wahrnehmung dieser alten Stadt.
Programmstruktur und internationale Teilnehmergruppe
Das siebentägige Programm „Outdoor Education: A New Way of Teaching and Learning“ brachte eine überschaubare, aber vielfältige Gruppe von neun Teilnehmenden aus fünf Ländern zusammen. Eine hohe Diversität der Schulformen ermöglichte einen spannenden Austausch über verschiedene Bildungssysteme und Kulturen hinweg. Die Lernatmosphäre erwies sich als außerordentlich konstruktiv und kollegial. Das Programm bot eine bunte Mischung aus Indoor- und Outdoor-Aktivitäten, wobei sowohl analoge als auch digitale Lehrmethoden integriert wurden. Der zentrale Fokus lag auf der praktischen Frage, wie diese Outdoor Education-Inhalte in den eigenen Unterrichtskontext transferiert werden können.
Theoretische Grundlagen und praktische Umsetzung
Für jemanden mit Vorerfahrung in der Erlebnispädagogik bot das Programm primär eine systematische Auffrischung bekannter Ansätze. Dennoch entstanden wertvolle Impulse, insbesondere bezüglich der intensiveren Nutzung bewährter Methoden wie der „Exit-Tickets“ zur täglichen Lernreflexion, oder die App „Action Bound“ zur interaktiven und selbständigen Erarbeitung von Lerninhalten. Die theoretischen Grundlagen der Outdoor Education wurden systematisch vermittelt, wobei besonders die Bedeutung für die persönliche und soziale Entwicklung von Lernenden hervorgehoben wurde.
Methodische Innovationen und digitale Integration
Selbsterfahrung war ein wichtiger Bestandteil des Programms. Hier erprobten wir beispielsweise die Integration digitaler Methoden durch eine „Action Bound“-Aktivität, die traditionelle Stadtführungen mit modernen technologischen Ansätzen verband. Diese Methode demonstrierte erfolgreich, wie Outdoor Education sowohl analoge als auch digitale Komponenten integrieren kann. Didaktisch gesehen waren wir zunächst Teilnehmende – dann entwarfen wir selbst einen „Bound“. Dieser Ablauf spiegelt die gelungene praxisorientierte Gestaltung des Programms.
Erschließung einer fremden Stadt
Bologna trägt drei Spitznamen: „La Dotta“ (die Gelehrte), „La Rossa“ (die Rote) und „La Grassa“ (die Fette). „La Dotta“ bezieht sich auf die Universität Bolognas, die älteste der westlichen Welt, die Stadt ist „La Rossa“ wegen ihrer vielen roten Ziegelbauten und Terrakotta-Dächer, und „La Grassa“ ist ein Hinweis auf Bolognas berühmte, deftige und kulinarisch herausragende Küche. Die Basilika San Petronio erwies sich als der lebendigste Platz der Stadt – geprägt durch beeindruckende Architektur, Straßenkünstler und wuselnde Menschenmengen. Gleichzeitig bot er Rückzugsmöglichkeiten auf breiten Treppenaufgängen, was die Vielseitigkeit urbaner Lebens- und Lernräume unterstreicht. Eine strukturelle Herausforderung stellte die mangelnde Mehrsprachigkeit italienischer Kultureinrichtungen dar. Die größtenteils italienischsprachigen Beschriftungen in den traditionellen Museen, die zudem sehr konventionell mit Vitrine-an-Vitrine-Präsentationen und dichten Texttafeln gestaltet waren, erschwerten den Zugang erheblich. Als innovative Alternative erwies sich der Besuch eines VR-Museums, das durch virtuelle Rekonstruktionen des mittelalterlichen Bologna mit englischsprachigen Erläuterungen zugängliche und eindrucksvolle Lernerfahrungen ermöglichte, insbesondere bezüglich der historischen Geschlechtertürme.
Praktische Rahmenbedingungen und Transferpotentia
l Die Unterkunft war angemessen, die Verpflegung und Getränkeversorgung mit rund um die Uhr verfügbaren Kaffeevollautomaten und Getränkespendern sehr gut organisiert. Diese praktischen Aspekte trugen wesentlich dazu bei, dass sich die Teilnehmer vollständig auf die Programminhalte konzentrieren konnten. Das Programm folgte einer klaren siebentägigen Struktur: von der Orientierung und kulturellen Immersion über theoretische Grundlagen und praktische Naturerfahrungen bis hin zur Entwicklung eigener Outdoor-Workshops und der Planung zukünftiger Kooperationen. Die täglichen Reflexionsrunden und die abschließende Zertifizierung rundeten das Programm methodisch ab.
Fazit und Ausblick
Das Erasmus+ Programm demonstrierte erfolgreich die Vielseitigkeit urbaner Outdoor Education und die Möglichkeiten internationaler Bildungskooperation. Bologna selbst bot abwechslungsreiche Erfahrungsräume und ließ sich dank ihrer Größe weiträumig zu Fuß erkunden. Für den Transfer in den eigenen Unterrichtskontext ergaben sich konkrete Impulse zur stärkeren Integration digitaler Stadterkundung, zur systematischeren Nutzung urbaner Grünräume als Lernorte und zur intensiveren Anwendung von Reflexionsmethoden wie den „Exit-Tickets“. Die internationale Zusammensetzung der Teilnehmergruppe ermöglichte wertvolle Einblicke in unterschiedliche pädagogische Kulturen. Insgesamt bot das Programm eine fundierte Auffrischung und Systematisierung bekannter erlebnispädagogischer Ansätze in einem inspirierenden kulturhistorischen Kontext, der die Bedeutung authentischer Lernorte für nachhaltige Bildungserfahrungen eindrucksvoll unterstrich.
Bericht von Elske Prepens
Erasmus zeigt dir, wie Schule in Europa arbeitet. Du blickst in den Alltag einer Partnerschule, sammelst praktische Erfahrungen und lernst neue Arbeitsweisen kennen. Der Bericht beschreibt deine Reise, deinen Einsatz vor Ort und die organisatorischen Schritte, die zu einem gelungenen Aufenthalt gehören.
Portugal, an der Atlantikküste im äußersten Südwesten Europas gelegen, ist bekannt für seine reiche Geschichte, seine lebendige Kultur und seine herzliche Gastfreundschaft. Als eines der ältesten Länder Europas vereint es traditionsreiche Städte, beeindruckende Küstenlandschaften und eine moderne, offene Gesellschaft, auch heute noch getragen von der erfolgreichen Nelkenrevolution, mit der 1974 die autoritäre Diktatur gestürzt und ein demokratisches System aufgebaut wurde.

Porto, die zweitgrößte Stadt des Landes, liegt im Norden Portugals am Fluss Douro und gilt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Region. Die Stadt zeichnet sich durch ihre historische Altstadt, schmale Gassen, farbenfrohen Häuserfassaden und die imposanten Brücken aus, die Porto mit Vila Nova de Gaia verbinden. Porto findet sich im Namen seines weltberühmten Portweins wieder und hat war auch namensgebend für das ganze Land. Ein inspirierender Ort also für interkulturelle Erfahrungen und Begegnungen – ideal für ein Erasmus-plus-Abenteuer.
Im Oktober habe ich also meinen Rucksack gepackt und los ging es. 11 Züge und drei Tage später war ich in Porto angekommen und wurde von neun Lehrkräften aus Italien, der Tschechischen Republik, Polen und Litauen sowie unserem Fortbildner aus Portugal begrüßt.
An zwei Tagen haben wir vertiefte Einblicke in das Portugiesische Schulsystem erhalten und an drei Tagen haben wir verschiedene Schulen in Portugal besucht. In Portugal sind Schulen in großen Clustern organisiert. Die beiden Cluster die wir kennen gelernt haben, bestanden aus fünf Grundschulen und einem großen Sekundarschulzentrum. Die meisten Lehrkräfte arbeiten an einer einzelnen Schule im Cluster, einige sind aber auch an verschiedenen Schulen tätig. Das System mit einer übergeordneten Schulleitung und Koordinatoren an den verschiedenen Standorten kam mir als Berufsbildner sehr vertraut vor. Die meisten Schülerinnen und Schüler verbleiben die gesamte Schulzeit in einem solchen Cluster, sie haben aber auch interessengeleitet die Möglichkeit, in eine Schule eines anderen Clusters zu wechseln. Durch die hohe Verbleibquote wird die Schullaufbahn der einzelnen Schülerinnen und Schüler sehr sicher koordiniert und präventiv gegen Absentismus und frühzeitigen Schulabbruch in Multiprofessionellen Teams zusammengearbeitet.
In Portugal wird deutlich weniger separiert als in Deutschland. Viele Jahre bestimmt allein das Alter die Klassenzugehörigkeit. Eigenständige Sonderschulen gibt es keine, in den Sekundarschulen integriert jedoch Lern- und Lebensbereiche für Schülerinnen und Schüler mit Behinderungen, wo individuell gefördert wird und auch eine Vielzahl an Assistenzen (Pflege, Hauswirtschaft) tätig sind. Wann immer möglich nehmen die Schülerinnen und Schüler aber begleitet von Assistenzen am Unterricht in ihrem Klassenverband teil und sind dadurch deutlich sichtbarer als in Deutschland, was Vorurteilen erfolgreich entgegenwirkt.
Ab der 9. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit sich interessengeleitetet zu spezialisieren und neben allgemeinbildenden Fächer auch berufsvorbereitende Angebote zu nutzen. Zu meiner großen Überraschung waren in beiden besuchten Schulen hierbei besonders die Angebote mit einem Fokus auf Sport besonders beliebt. An einer Schule erklärte sich dieses allein schon daraus, dass Sie einige der bekanntesten Fußballer des Landes wie Vitinha, Diogo Dalot und Jao Felix zu ihren ehemaligen Schülern zählen können. So fühlte man sich in der Sporthalle aus den 60er Jahren ein bisschen wie auf heiligem Boden.
Die intensiven Gespräche mit Schülerinnen, Schülern, Lehrkräften und weiteren Mitarbeitenden der Schulen machten sehr deutlich, dass nicht moderne Schulgebäude, sondern viel mehr die Haltung und das Engagement entscheidend sind, wenn es darum geht, junge Menschen auf ihrem Weg ins Leben zu begleiten. Da unterscheiden sich die Schulsysteme in den verschiedenen Ländern Europas nur wenig. Die Leidenschaft, mit der die portugiesischen Lehrkräfte sich für den Bildungserfolg ihrer Schülerinnen und Schüler einsetzen, hat mich sehr beeindruckt, insbesondere vor dem Hintergrund, dass die Jugendarbeitslosigkeit in Portugal mit 18 % sehr hoch ist und die Lehrkräfte ihre Schülerinnen und Schüler in einem deutlich höheren Maß über ihrer Beziehungsarbeit motivieren müssen. Vielleicht war das die wichtigste Erkenntnis, die ich aus meiner Erasmus Fortbildung mitnehmen konnte: Wenn die Zukunft unsicher ist, kommt es in der Pädagogik auf das hier und heute an.
Ein Bericht von Nian Busse
Eine Woche in Nordfinnland gab dir Einblicke in Berufsschulen, moderne Lernkonzepte und die Arbeitsweise des Bildungsverbunds JEDU. Du hast interkulturell gearbeitet, neue Unterrichtsideen entwickelt und die Region von Oulu bis Lappland erlebt. Der Aufenthalt zeigte dir, wie praxisnah und digital die finnische Berufsbildung organisiert ist.
Im Rahmen des Erasmus+-Programms absolvierte ich Anfang Dezember einen einwöchigen Bildungsaufenthalt im Norden Finnlands. Die Reise führte uns zu mehreren Standorten des Bildungsverbundes JEDU, unter anderem nach Oulu, Kalajoki, Haapajärvi, Nivala und Ylivieska. Ziel des Aufenthalts war es, das finnische Berufsbildungssystem näher kennenzulernen, internationale Kontakte zu knüpfen und innovative pädagogische Ansätze für den eigenen Schulalltag mitzunehmen.

Während der Woche besuchte unsere Gruppe von Lehrkräften aus Deutschland, Polen, Österreich und Spanien verschiedene Berufsschulen und Fachzentren aus den Bereichen Land und Forstwirtschaft, Fahrzeugtechnik, Elektrotechnik, Tourismus sowie Sozial und Gesundheitswesen. Gemeinsam mit finnischen Lehrkräften, Bildungsmanagerinnen und internationalen Koordinatorinnen erhielten wir intensive Einblicke in Unterrichtsstrukturen, Werkstätten und moderne Lernumgebungen. Besonders beeindruckend waren digitale Unterrichtskonzepte, der Einsatz von Feedback-Tools sowie der insgesamt sehr praxisorientierte Charakter der finnischen Berufsbildung.
Ein weiterer Schwerpunkt waren Workshops zu interkulturellem Lernen, digitaler Didaktik, Padlets und dem reflektierten Einsatz von KI im Unterricht. Unter Anleitung unserer Kursleiterin arbeiteten wir an Unterrichtsideen, diskutierten methodische Ansätze und entwickelten neue Impulse für unsere schulische Arbeit.

Neben den fachlichen Schwerpunkten bot die Reise auch wertvolle kulturelle Eindrücke. Wir erlebten die Küstenregion rund um Kalajoki am Bottnischen Meerbusen, nahmen an lokalen Aktivitäten teil und besuchten im Rahmen eines Tagesausflugs Lappland mit dem Santa Claus Village sowie dem Arktikum-Museum in Rovaniemi. Ein besonderes Highlight war die spontane Sichtung von Nordlichtern, die für uns alle ein unvergessliches Erlebnis darstellte.
Begleitet wurden wir während der gesamten Woche von einem Team des JEDU-Verbunds, das uns herzlich empfing und zuverlässig betreute. Den Abschluss bildeten eine gemeinsame Evaluation und die Übergabe der Teilnahmezertifikate.
Thorsten Walter